Sonderausstellung 2022: Von Bademüttern, Wunderheilern und Zahnartisten

Universitär ausgebildete Ärzte sind auf dem Lande erst spät nachzuweisen (in Minden 1775, in Lauenau erst 1881): Ihre Zahl war gering, der Landmann traute ihren Künsten nicht, und die Einkünfte reichten kaum zum Leben.

Stattdessen praktizierten bis ins 17./18. Jahrhundert in den größeren Orten Bader, die Blutegel und Schröpfköpfe ansetzten, Zugpflaster auflegten, Klistiere verabreichten, Geschwüre ausquetschten, Zähne brachen und zur Ader ließen, oft auch kleinere Eingriffe wie Steinschnitte, Starstiche und andere Operationen vornahmen.

Dazu zogen, meist zu Markttagen, Bruch- oder Steinschneider, Okulisten und andere "Spezialisten" übers Land und boten ihre Dienste an. Auch Abdecker und Henker standen im Ruf besonderer Heilkünste. (Quelle: Museum im Wettbergschen Adelshof) ​​